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Deutschland 2015- Denk ich an Deine Produkt- und Beförderungssicherheit in der Nacht, bin ich mitunter um den Schlaf gebracht…

Ausgewählte Erfahrungen mit Lithiumbatterien und Geräten aus der Praxis. Von Tim Schäfer.
(Titel frei nach Heinrich Heine.)

Deutschland ist eine starke Exportnation. Aufgrund der Qualität der Produkte, hohen Standards, dem Engagement von Mitarbeitern, Eigentümern/Investoren sowie nicht zuletzt den Mitarbeitern. Selbstverständlich stehen Produktsicherheit und die Erfüllung von Vorschriften von Sicherheitsrechtsnormen auf der Agenda.
Selbstverständlich? Der Wettbewerb ist hart, ist die Eigenverantwortung zu verführerisch?

 

Lithiumbatterien sind als Gefahrgut, tlw. auch in und mit Geräten oder Ausrüstung, gelistet. Es bestehen zwar weitgehende Freistellungen, jedoch bestehen Obliegenheiten wie insbesondere zur Klassifizierung. Grundsätzlich auch zu den zu erfüllenden Tests vor Beförderungen, die einem Typ  entsprechen müssen. Das ist geltendes Recht.

Daneben existieren diverse Normen, die ggf. zusätzlich heranzuziehen sind. „Wir stellen fest und es ist ärgerlich, dass mitunter leider auch Vorschriften missachtet werden. Oft, indem man eine eigene Auslegung der Vorschriften sucht“, so Tim Schäfer von Envites Energy Nordhausen.
Er rät als externer Sicherheitsberater zur strikten Erfüllung der Vorschriften.

Das „missachten“ geschieht auch bei Lithiumbatterien, oder besser deren Integration in Produkte. Hier werden aus dem Gerätebereich Vorfälle auffällig, die objektiv Testerfordernisse negieren. Die Vorgehensweise ähnelt sich.
Testberichte werden trotz Produktänderungen recycelt, um Kosten zu sparen. Oder es kommt dazu, dass man trotz Änderungen im Aufbau einfach nicht testet.

Bekannt geworden ist leider ein prominenter Fall, der unter der IEC 62133 (u.a. tragbare Geräte) jegliche Sicherheits- und Testerfordernisse aufgrund von Änderungen im Aufbau und sogar durch die Chemie geänderter Lithiumzellen jüngst verneint hat.
Dabei ist hier dass UN Prüfhandbuch (Handbuch über Prüfungen und Kriterien1)) einschlägig. Mithin sind die sogenannten UN-T. Tests erfolgreich zu absolvieren.
Auch wenn der Hersteller eine Zelle geändert hat, insbesondere ein neues Testzertifikat für den evolutionären Lithiumbatterietypen relevant ist, die Zelle dennoch die gleiche Produktbezeichnung führt, sind in der Regel neue Tests fällig.

Die Neutesterfordernisse werden im Folgenden noch abrisshaft beschrieben. Eine andere Entwicklung kommt über die Innovation der bisherigen 18650-Format Zellen in die 20-22 im Durchmesser stehenden zylindrischen Zellen auf Pack- oder Batterieebene.
Die neuen 20-22 –er Zellen haben regelmäßig also ein neues Format und neuen Aufbau und bieten wesentlich mehr Leistung und Energie. Bei niedrigen Kosten und hoher Verfügungsrate. Schließlich können diese Lithiumakkumulatoren auf den vorhandenen 18650-er Produktionsanlagen gefertigt werden. In der Integration kann man dadurch schon mal eine Zelle einsparen.

Unbegründet wird die Vorschrift dahin ausgelegt, dass man nicht testen müsste. Dabei wird verkannt, dass es sich aber um einen neuen Aufbau handelt. Folglich ist diese Batterie auch als neuer Typ zu testen. Nun der Autor soll nicht falsch verstanden werden. Den Vorschriften wird sonst weitgehend entsprochen. Den schwarzen Schafen der Branche sei aber dringend empfohlen, im Interesse vieler Beteiligter, vor allem der Kunden, den Vorschriften zu entsprechen.

Die Aufwendungen für die grundsätzlich vorgeschriebenen Tests liegen im erträglichen Bereich. Im festgestellten Missbrauchsfall dagegen drohen einerseits empfindliche Rechtsfolgen, Kosten und der Qualitätsruf ist schnell vergangen.

1)    Literatur:  Handbuch über Prüfungen und Kriterien, Fünfte überarbeitete Ausgabe, ST/SG/AC.10/11/Rev.5, VEREINTE NATIONEN, New York und Genf, 2009, Deutsche Übersetzung, 2015, Überarbeitete und durch Amendment 1 und 2 sowie durch das Corrigendum2012 ergänzte und korrigierte Fassung Link: www.bam.de

Hinweis: Kriterien sind lt. Handbuch Prüfungen und Kriterien (vgl. Literaturreferenz) im Abschnitt 38.3.2 Anwendungsbereich zu finden.